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Fernscharfschaltung über Schlüsselschalter aus der Protegus 2 App

  • 8 Min. Lesezeit
  • 30.10.2026

Achtung!

Elektrizität kann gefährlich sein und zu persönlichen Verletzungen oder TODESfällen führen, sowie zu anderen finanziellen Verlusten oder Schäden, wenn sie nicht ordnungsgemäß verwendet oder installiert wird.

Die Installation erfordert die Arbeit mit elektrischen Geräten und sollte gemäß den gültigen Vorschriften durchgeführt werden!

Die Gewährleistung erfordert, dass das Gerät von qualifiziertem Personal installiert wird, das die Installationsvorschriften für elektrische Geräte einhält und den aktuellen Vorschriften für den sicheren Betrieb elektrischer Geräte folgt.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Anleitung, wie Sie das Trikdis-Gerät und die Alarmzentrale einrichten, damit das System aus der Protegus 2 App über einen Schlüsselschalter scharf und unscharf geschaltet werden kann.

Bevor Sie beginnen

Der Artikel setzt voraus, dass die Ereignisse der Alarmzentrale bereits in der Protegus 2 App ankommen. Falls das noch nicht funktioniert, muss zuerst das eingerichtet werden; darauf geht dieser Artikel nicht ein.

Scharf- und Unscharfschaltung können auch ohne Ereignisse stattfinden, der gesamte Dienst funktioniert dann aber nicht richtig: Protegus 2 erhält keine Rückmeldung über den tatsächlichen Zustand der Zentrale. In diesem Fall kann der Vorgang in der Bereichsansicht offen bleiben, und die Sanduhr wird dauerhaft angezeigt.

Die Alarmzentrale muss in der Regel programmiert werden. Damit der Schlüsselschalter funktioniert, muss die Zone in der Zentrale eingerichtet werden. Das kann nur entfallen, wenn die Zentrale schon vorher von einem Gerät mit demselben Prinzip gesteuert wurde und dieses jetzt lediglich ersetzt wird.

Wie funktioniert es?

Trikdis-Geräte haben einen oder mehrere Ausgänge bzw. programmierbare I/O-Anschlüsse, die auch als Ausgang konfiguriert werden können. Ein solcher Ausgang schaltet einen Bereich (eine Partition) der Alarmzentrale scharf und unscharf: Er betätigt die Zone, die in der Zentrale als Schlüsselschalter eingerichtet ist.

Wenn Sie mehrere Bereiche unabhängig voneinander steuern möchten, brauchen Sie für jeden Bereich einen eigenen Ausgang am Trikdis-Gerät und ebenso viele freie Zoneneingänge an der Zentrale, die als Schlüsselschalter programmiert werden können.

Die Lösung besteht aus drei Teilen:

  1. dem Empfang der Ereignisse — das setzt der Artikel voraus;
  2. der Verdrahtung des Schlüsselschalters und der Programmierung der Alarmzentrale;
  3. der Einstellung des Steuerausgangs am Trikdis-Gerät in TrikdisConfig und anschließend der Einrichtung der Steuerung in Protegus 2.

Mit welchem Trikdis-Gerät?

Trikdis-GerätFür die Steuerung nutzbare AnschlüsseBereiche, höchstens
GT, GT+, GET2 programmierbare I/O2
E16, E16T, G16, G16T3 programmierbare I/O3

Werden mehr Ausgänge benötigt, stellt das Erweiterungsmodul iO-8 acht weitere programmierbare Ein- oder Ausgänge bereit.

Verdrahtung

Achtung!

Es ist verboten, die Verkabelung an einem unter Spannung stehenden Gerät durchzuführen. Vor der Arbeit muss die Stromversorgung getrennt werden (einschließlich der Backup-Batterien).

Zeichnung und Liste zeigen nur die an der Schlüsselschaltersteuerung beteiligten Punkte, nicht die Verdrahtung des gesamten Systems. Stromversorgung und Ereignisübertragung sind aus Sicht dieses Artikels bereits fertig.

Trikdis-Gerät IO1, DC+ → Alarmzentrale Z1
Trikdis-GerätAlarmzentrale
IO1 (als Ausgang konfiguriert)Eingang der als Schlüsselschalter eingerichteten Zone, zum Beispiel Z1 (!)
DC+die andere Seite des Zonenstromkreises

(!) Je nach Typ und Einstellungen der Alarmzentrale kann an diesem Punkt ein Abschlusswiderstand erforderlich sein (siehe unten).

Im Beispiel verwenden wir die Anschlüsse DC+ und IO1 des Trikdis-Geräts. Der Ausgang schaltet gegen DC+. Für einen zweiten Bereich folgen auf dieselbe Weise IO2 und die zweite Schlüsselschalterzone.

Für den ordnungsgemäßen Betrieb ist zwischen dem Trikdis-Gerät und der Alarmzentrale kein zusätzliches Relais erforderlich, da der Kommunikator von der Zentrale mit Spannung versorgt wird. Die Steuerung lässt sich auch mit einem separaten Relais umsetzen.

Ausführung der Zone: NC, NO oder EOL

Die Schlüsselschalterzone muss so verdrahtet werden, wie die Zentrale es an dieser Zone erwartet. Das hängt von der Einstellung der Zentrale ab:

  • NO (in Ruhestellung offen): kein Widerstand nötig. Das ist der häufigste Fall.
  • EOL (Abschlusswiderstand): zusätzlich muss der im Handbuch der Zentrale angegebene Widerstand eingebaut werden. Auch das ist üblich.
  • NC (in Ruhestellung geschlossen): seltener; die Verdrahtung gibt das Handbuch der Zentrale vor.

Das sollte vor der Verdrahtung geklärt werden, denn bei falschem Abschluss meldet die Zone eine Störung oder Sabotage, und der Schlüsselschalter funktioniert nicht.

Programmierung der Alarmzentrale

Die genauen Programmierschritte unterscheiden sich je nach Marke und Modell, deshalb geben wir hier eine allgemeine Anleitung; die Sektionsnummern finden Sie im Handbuch der Zentrale. Auch die Einrichtung der Telefon- (TIP/RING) und sonstigen Kommunikationsverbindungen behandelt dieser Abschnitt nicht, nur die für die Schlüsselschaltersteuerung nötigen Schritte.

  1. Zonentyp: Die als Schlüsselschalter genutzte Zone (zum Beispiel Z1) muss auf den Zonentyp Schlüsselschalter programmiert werden. Es gibt zwei Betriebsarten: Impuls und Dauerkontakt (zweistufig). In der Regel empfehlen wir Impuls, Dauerkontakt ist aber ebenfalls möglich. Später muss in Protegus 2 dieselbe Betriebsart gewählt werden.
  2. Bereich: Die Zone muss dem Bereich zugeordnet werden, den Sie steuern möchten. Bei Systemen mit nur einem Bereich passt das oft schon ab Werk, ohne gesonderte Einstellung. Wenn die Steuerung nicht funktioniert, prüfen Sie die Bereichszuordnung unbedingt.
  3. Zonenabschluss: auch das ist zentralenabhängig. Lässt die Zentrale den Abschlusstyp je Zone einstellen, ist NO am einfachsten, vor allem wenn das Trikdis-Gerät direkt neben der Zentrale sitzt: Bei einer so kurzen Verbindung ist auch ein Verdrahtungsfehler leicht zu finden. Lässt sich der Abschluss nur für alle Zonen gemeinsam einstellen oder gar nicht ändern, muss die Verdrahtung an den von der Zentrale vorgegebenen Abschluss angepasst werden, nötigenfalls mit Widerständen.
  4. Die Ausführung der Zone (NC, NO oder EOL) muss zur Verdrahtung passen.
  5. Die Zentrale muss Scharf- und Unscharfschaltung melden, denn daraus zeigt Protegus 2 den Zustand des Bereichs an.

Bei manchen Zentralen kann die Meldung der Scharf- und Unscharfschaltereignisse ab Werk ausgeschaltet sein. Ein Beispiel ist die DSC NEO: Dort muss die Meldung der Ereignisse der Fernscharf- und -unscharfschaltung gesondert freigegeben werden.

Einrichtung des Trikdis-Geräts (TrikdisConfig)

  1. Öffnen Sie das Programm TrikdisConfig und lesen Sie die Einstellungen des Geräts aus.
  2. Stellen Sie auf der Seite, auf der die Funktion der Ein- und Ausgänge festgelegt wird, den für die Steuerung genutzten Anschluss auf OUT. Die übrigen Anschlüsse bleiben auf Disabled.
  3. Schreiben Sie die Änderungen in das Gerät.
TrikdisConfig, Reiter IN/OUT: Anschluss 1 auf OUT, die übrigen auf Disabled
Die Zahlen entsprechen den Schritten oben.

Die weiteren Steuerungseinstellungen werden in der Protegus 2 App vorgenommen.

Einrichtung in Protegus 2

Dieser Teil geht davon aus, dass das System in Protegus 2 bereits existiert, die Ereignisse korrekt ankommen und die Bereiche angezeigt werden.

  1. Wählen Sie den Bereich, den Sie steuern möchten.
  2. Geben Sie in der Einstellung Steuerung über PGM den zugehörigen Ausgang und die Betriebsart an: Impuls oder Dauerkontakt. Sie muss mit dem Typ übereinstimmen, der in der Zentrale für die Schlüsselschalterzone eingestellt ist. Üblicherweise wird Impuls verwendet.

Bei mehreren Bereichen ist das für jeden zu steuernden Bereich gesondert durchzuführen, jeweils mit Auswahl seines eigenen Ausgangs.

Was sieht der Benutzer?

In Protegus 2 schalten Sie mit den Schloss-Symbolen in der Bereichsansicht scharf und unscharf. Bei mehreren Bereichen hat jeder sein eigenes Schloss, sodass sie unabhängig voneinander bedient werden können.

  • Geschlossenes rotes Schloss: der Bereich ist scharf geschaltet.
  • Offenes grünes Schloss: der Bereich ist unscharf geschaltet.

Das Schloss nimmt die dem tatsächlichen Zustand entsprechende Darstellung an, sobald das Ereignis von der Alarmzentrale eintrifft.

Zwischen dem Absetzen des Befehls und der Rückmeldung kann Zeit vergehen. Das Trikdis-Gerät betätigt den Schlüsselschalter, danach kann an der Zentrale zum Beispiel die Ausgangsverzögerung ablaufen. Kommt die Rückmeldung über eine TIP/RING-Verbindung, kann das weitere 10–20 Sekunden dauern. Warten Sie, bis das Ereignis eintrifft und die App den Zustand des Bereichs aktualisiert.

Hilfe bei Einrichtung und Fehlersuche

Das Trikdis-Gerät und die Alarmzentrale lassen sich unabhängig voneinander prüfen, so ist der Fehler schnell gefunden.

  1. Der Trikdis-Ausgang: Schließen Sie ein Prüfrelais zwischen IO1 und DC+ an und schalten Sie den Ausgang aus Protegus 2 ein. Zieht das Relais an, schaltet das Trikdis-Gerät. Statt mit einem Relais können Sie auch mit einem Multimeter messen.
  2. Die Alarmzentrale: Trennen Sie das Trikdis-Gerät ab und schließen Sie die beiden Anschlusspunkte der als Schlüsselschalter eingerichteten Zone mit einem Draht kurz: typischerweise den Zoneneingang und COM. So können Sie prüfen, ob die Zentrale richtig auf die Steuerung reagiert.

Zieht das Relais an, die Zentrale schaltet aber auch beim Kurzschluss nicht scharf, muss die Programmierung der Zentrale korrigiert werden. Schaltet die Zentrale beim Kurzschluss scharf, auf den Trikdis-Ausgang aber nicht, prüfen Sie die Verdrahtung oder die Einstellung in TrikdisConfig. Schaltet die Zentrale scharf, das Schloss wechselt aber nicht, sehen Sie im Ereignisprotokoll nach: Ist das Scharfschaltereignis eingetroffen, und mit welchem Bereich?

Ausnahme: DSC Alexor

Die DSC Alexor sendet ihre Ereignisse mit der Bereichsnummer 0, deshalb kann Protegus 2 den Zustand des Bereichs nicht auf die gewohnte Weise verarbeiten. Mit einer individuellen Lösung lässt sich die Schlüsselschaltersteuerung auch hier umsetzen, die Bereichsansicht mit den Schlössern wird aber nicht richtig funktionieren.


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